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Edition: Wandel

Was bleiben will, muss sich ändern

Nur wer flexibel ist, kann sich gut an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen. Und diese wandeln sich in der heutigen Zeit rasch. Vor allem für Unternehmen, die erfolgreich bleiben und bestehen wollen, ist eine Kultur des Wandels überlebenswichtig.

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Digitale Generationen: Gemeinsam Veränderungen meistern

Wer die digitalen Biografien unterschiedlicher Generationen kennt, kann sie zielführend nutzen.

Wissen Sie, wie es um die digitalen Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter steht? Oft vermuten wir, dass Menschen jenseits der 35 noch Nachholbedarf in Sachen digitale Anwendungen haben und dass junge Menschen per se digital kompetent und aktiv sind. Der erste Blick trügt und versperrt die Sicht auf die tatsächlichen Potenziale in der eigenen Belegschaft bei der digitalen Transformation. Denn: Ihre eigenen Mitarbeiter sind oftmals digitaler als Sie denken. Um herauszufinden, welche Prägungen unterschiedliche Altersgruppen im eigenen Unternehmen in Sachen Digitalisierung aufweisen, ist ein näherer Blick auf deren Erfahrungen hilfreich. Dabei zeigt sich auch, wie sich das jeweilige Vorwissen für den digitalen Wandel des eigenen Unternehmens nutzen lässt.

Die analog sozialisierten Spät-Digitalen: Digitale Immigranten

Ein erster Schritt liegt in einer Rückschau und der Klärung der Frage, wann bei Mitarbeitern die ersten digitalen Erfahrungen gemacht wurden. In der „Baby Boomer“-Generation – Menschen, die in den geburtenstarken Jahrgängen zwischen 1955 und 1964 zur Welt kamen – fand der Kontakt mit digitalen Instrumenten in Schule, Ausbildung, Studium oder den ersten Berufsjahren nur in ganz seltenen Fällen statt. Diese Altersgruppe, zu denen heutige Entscheider, Geschäftsführer und Vorstände gehören, ist weitgehend analog sozialisiert. Selbst der Taschenrechner im Schulunterricht war nicht die Regel. Der erste Kontakt dieser Generation mit der digitalen Welt datiert in den späten 70er- und frühen 80er-Jahren, als Personal Computer begannen, Einzug in die Büros zu halten. Heute, zum Beginn des Endes ihres Berufslebens ist die (Arbeits-)Welt zwar digitaler als je zuvor. Aber die erreichte Position in der Unternehmenshierarchie erlaubt es dieser Generation, digitale Aufgaben und Prozesse an andere zu delegieren. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel – und das Smartphone gehört heute auch jenseits der 60 zur Standard-Ausrüstung der Entscheider.

Für Vertreter dieser digitalen Generation steht Information an vorderster Stelle und weniger der digitale Dialog. Aktuelle Nachrichten, Unternehmens- und Brancheninfos sowie die Erreichbarkeit per E-Mail bestimmen ihren digitalen Alltag. Sie sind daran interessiert, dass etablierte Prozesse künftig durch die Digitalisierung optimiert werden können. Und abends schauen sie dann vielleicht einmal eine der aktuell angesagten Serien beim Streaming-Dienst Netflix, den der Sohn oder Enkel eingerichtet hat – weil man das jetzt ja so macht. Online sein gehört in Deutschland laut der jüngsten ARD/ZDF-Onlinestudie für zwei Drittel der 50- bis 59-Jährigen zum Alltag. Und auch ein Drittel der über 60-Jährigen ist täglich im Internet.

Die digitale Avantgarde: Generation Homecomputer

Anders sieht es da in der nachfolgenden „Generation X“ aus. Sie steht für Menschen, die ab 1965 geboren wurden und die in den 60er- und 70er-Jahren in die Schulen kamen und als Teenager Kontakt mit dem Homecomputer im eigenen Jugendzimmer oder in der Schule hatten. Sie nutzten die ersten Videospiel-Konsolen von Atari und Nintendo und begannen zu programmieren. In ihrer Ausbildung und während des Studiums wurde das Internet langsam, aber sicher zum Massenmedium – und ab Ende der 90er-Jahre mit Google auch zum ernstzunehmenden Rechercheinstrument.

Statt VHS-Band, Schallplatte und Kompakt-Kassette nutzte die Generation X nach deren Erscheinen schnell digitales Video, DVD und CD ohne Berührungsängste. Als Smartphone, Tablet und soziale Netzwerke aufkamen, waren Vertreter dieser Generation die ersten, die die neuen Möglichkeiten ausprobierten. Überhaupt: Die meisten Veränderungen vom Analogen zum Digitalen machte die Generation X mit – Mitarbeiter dieser Altersgruppe weisen daher tatsächlich die größte Flexibilität bei der Anwendung neuer digitaler Instrumente auf.

Sie planen den Urlaub im und mit dem Internet, suchen Wohnungen selbstverständlich über die gängigen Immobilienportale und finden als kritische Verbraucher und Kunden im Netz schnell die für sie relevanten Informationen. Sie nutzen soziale Netzwerke, um den eigenen Freundeskreis zu pflegen. Sie kennen die richtige App für jeden Zweck und halten Kontakt zu den eigenen Kindern via WhatsApp. Das mobile Internet ist für sie in Beruf und Freizeit heute nichts Ungewöhnliches mehr. Sie sind aber in Sachen Datenschutz skeptischer als jüngere Menschen und hinterfragen die Digitalisierung der Gesellschaft bisweilen. Sie interessiert, wie der digitale Wandel ihr eigenes Privat- und Berufsleben verändern könnte und wird.

Künftig in der Mehrheit: Die digital sozialisierten Digital Natives

Während es bei der Generation X zumeist die Jungs waren, die sich mit Konsole und Homecomputer beschäftigten, und Mädchen erst in Ausbildung und Studium intensiveren Kontakt mit dem Rechner hatten, ist das in der Nachfolge-Generation Y (zwischen 1980 und 1999 geboren, auch als Millennials bekannt, da sie in die Jahrtausendwende hineingeboren wurden) deutlich anders. Die gemeinhin als Digital Natives, also digitale Eingeborene, bezeichneten Vertreter dieser Generation haben geschlechterübergreifend Internet, Personal Computer und später auch das Handy als alltägliche Dinge vorgefunden und daher früh genutzt. Internet, mobile Breitband-Verbindungen mit 3G und später LTE, Smartphones, Streaming-Dienste und das Laptop für Ausbildung und Studium – das ist die Wirklichkeit der heutigen Berufseinsteiger schon zu Kinder- und Jugendtagen gewesen.

Entsprechend ist ihre alltägliche Kommunikation geprägt. Der Austausch von Neuigkeiten aus dem persönlichen Umfeld, Selfies angesagter Show-, Mode- und Musikgrößen und ein digitaler Medienkonsum fern des als altertümlich empfundenen Fernsehens prägen diese Generation – die die analogen Vorgänger aber durchaus noch kennt. „Digital“ ist für die Millennials kein Innovationsbegriff, sondern etwas ganz Normales und wird von ihnen nicht als Veränderung wahrgenommen. Wenn der digitale Wandel spürbar nicht vorankommt, wird das störend empfunden – auch beim eigenen Arbeitgeber. Als Mitarbeiter wie auch als Kunden setzen Menschen dieser Generation einfach voraus, dass es digitale Kommunikationsinstrumente gibt, um im Berufsleben Bestellungen vornehmen zu können, mit dem Kunden oder Anbieter in den Dialog zu kommen und sich öffentlich über soziale Netzwerke in Diskussionen einzubringen.

Die Perspektive: Die generationenübergreifende digitale Normalität

Es sind aber nicht Technologien oder Online-Plattformen, die die Generationen wirklich unterscheiden, sondern Zugang zu den digitalen Instrumenten,  Gewöhnung und hieraus resultierendes digitales Mindset, die den Digitalisierungsgrad zwischen aufwendig empfundenem Erlernen und Selbstverständlichkeit ausmachen. Künftig sind digital sozialisierte Mitarbeiter in der Mehrheit – das ist eine unabwendbare demografische Wahrheit. Aus der Diversität der digitalen Generationen erwachsen Chancen und Aufgaben gleichermaßen: Die digitalen Konvertiten der Generation X und Baby Boomer sind aufgefordert, als heutige Entscheider die richtigen Weichen im eigenen Unternehmen zu stellen, um zukunftsfähige Strukturen, Prozesse und Perspektiven im digitalen Zeitalter auf den Weg zu bringen.

Hier liegt auch ein Schlüssel zur Bewältigung der digitalen Transformation: Entscheider von heute sollten sich vor Augen führen, welche Anwendungskompetenzen sich in der eigenen Belegschaft jenseits der 35 quasi im „Winterschlaf“ verstecken. Dann würde dieses Potenzial offensiver als bislang aktiviert und manches wäre im digitalen Wandel eher mit „eigenen Bordmitteln“ zu stemmen. Oft genug herrscht noch der Gedanke vor: Wer will schon einen Mitarbeiter, der von seinem ersten PC schwärmt, wenn man doch einen durch Smartphones geprägten Digital Native haben kann? Der zielführende Lösungsansatz liegt wohl eher in der Kombination der unterschiedlichen Kompetenzen – und es wird deutlich, dass die Zusammenführung der digitalen Generationen kein Technologie-, sondern ein Personalentwicklungs- und damit Führungsthema ist. Im digitalen Zeitalter ist die Formel hierfür schon definiert: Digital Leadership ist gefragt. Denn die Generation Z (zwischen 2000 und 2015 geboren) steht schon ante portas – und für sie sind bzw. werden sogar digitale Innovationen wie Virtual Reality, das Internet der Dinge, digital geprägte Arbeitswelten und künstliche Intelligenz eher der Normalfall.

Wer also die digitale Transformation gestalten und dabei seine Mitarbeiter mit ihren Erfahrungen, Vorlieben und Kompetenzen mitnehmen möchte ins digitale Zeitalter, sollte versuchen, die vorhandenen Potenziale zu erfassen und zu nutzen. Die Transformation beginnt schon mit dieser Perspektiverweiterung bei Entscheidern. Es wäre daher schön, wenn die Digital Immigrants zum Ende ihres Berufslebens zu digitalen Silberrücken werden – also zu weisen, erfahrenen Oberhäuptern einer Gemeinschaft, die die richtigen Mitglieder des Rudels mit ihren jeweiligen Erfahrungen zusammenbringen, damit alle zusammen der (digitalen) Zukunft begegnen können.

Fahrplan Digitale Generationen – und wie sie die digitale Transformation unterstützen können

Die analog sozialisierten Baby Boomer: Digital Immigrant

  • Kennen sich mit unternehmerisch relevanten Prozessen aus, haben jahrzehntelange Erfahrungen in der eigenen Branche.

  • Informationshungrig und mittlerweile an das Internet und Smartphones gewöhnt.

  • Wissen, wie sich die Bereitstellung von technischen Infrastrukturen zum Beispiel im Rahmen von Ausschreibungen planen und umsetzen lässt.

  • Achten stärker auf die Einhaltung notwendiger formaler und rechtlicher Rahmenbedingungen beim Einsatz digitaler Lösungen.

  • Können die Weichen stellen in Sachen Digitale Transformation, indem sie ihre Erfahrungen an jüngere, digitaler geprägte Generationen weitergeben.

Prädestiniert für: Einbringen wichtiger Erfahrungen aus der eigenen Branche in die Strategie-Definition zur Digitalen Transformation und Weichenstellung für eine digitale Zukunft des Unternehmens.

Die mit dem Homecomputer aufgewachsene Generation X: Digitale Avantgarde

  • Hat die fortschreitende Digitalisierung in Privatleben und Ausbildung oder Studium hautnah und praktisch schon im analog geprägten Zeitalter erlebt.

  • Ist ebenfalls im eigenen Branchenfeld erfahren, aber noch länger beruflich aktiv und kann daher die Digitalisierung auch langfristig gestalten, künftig auch als Entscheider.

  • Ist veränderungsfähig und kann die Einführung neuer Instrumente bewältigen und die Digital Immigrants bei der digitalen Transformation strategisch und praktisch „an die Hand nehmen“.

  • Kennt für alle Aufgabenstellungen die richtige App und kann den Digital Immigrants Tipps hierfür geben.

  • Sollte als „Scharniergeneration“ zwischen Immigrants und Natives eine strategische Schlüsselrolle bei der digitalen Transformation einnehmen.

  • Ist zum Teil auf denselben digitalen Plattformen wie die Digital Natives unterwegs und kann somit den Dialog mit der jüngeren Generation dort führen, wo der digitale Wandel Thema ist.

Prädestiniert für: Entwicklung und Einführung digitaler Lösungen wie CRM-Portale und Mieter-Apps, Einführung von Social Media, Beurteilung von Relevanz und Einsatzbarkeit neuer digitaler Technologien und Konzepte wie Virtual Reality, Künstliche Intelligenz oder Building Information Modeling.

Die digital sozialisierte Generation Y: Digital Natives

  • Hat die digitale Welt bei Geburt vorgefunden und ist damit aufgewachsen.

  • Trennt kaum noch zwischen Offline und Online und wird daher bei der Verknüpfung traditioneller betrieblicher Abläufe und neuer digitaler Prozesse keine Probleme haben und ältere Kollegen mitnehmen können.

  • Kann durch die durchschnittlich hohe Nutzungsfrequenz angesagter digitaler Plattformen Kollegen im Alltag zeigen, was man wissen sollte und wie man bestimmte Instrumente anwendet.

  • Kann eine Lotsenfunktion für ältere Kollegen-Generationen übernehmen bei der Erschließung unbekannter digitalen Gefilde.

  • Sollte einbezogen und gehört werden bei der Umsetzung digitaler Strategien, um die Bedürfnisse künftiger Mitarbeitergenerationen frühzeitig zu berücksichtigen.

Prädestiniert für: spielerische Erprobung neuester Digitaltrends, Entwicklung kreativer Ideen und Konzepte, Reflexion von Bedürfnissen junger Kunden und Zielgruppen und Aktivierung älterer Generationen.