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Zu Hause bis ins hohe Alter

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Mieterwunsch: Zuhause leben bis ins hohe Alter

Älteren Mietern ist es oft ein Bedürfnis, möglichst lange in ihren gewohnten vier Wänden zu leben. In ihrer vertrauten Umgebung – in der Wohnung selbst sowie in der Nachbarschaft – fühlen sie sich sicher und heimisch. Gerade für Senioren bedeutet ein Umzug im Alter deshalb oft immensen Stress.

Im Jahr 2060 wird nach den Prognosen des Statistischen Bundesamtes jeder dritte Bürger über 65 Jahre alt sein. 2013 waren es noch 21 Prozent. Gerade mit Blick auf diese anteilsmäßige Zunahme älterer Personen an der Gesamtbevölkerung als Teil des demografischen Wandels ist an dieser Stelle die Wohnungswirtschaft gefragt: Sie sollte innovative Modelle und Services entwickeln, mit deren Hilfe Senioren möglichst lange in ihrer Wohnung wohnen können. Auch dann, wenn sie gesundheitlich eingeschränkt sind und medizinische oder pflegerische Betreuung brauchen.

So heißt es zum Beispiel in der Generali-Altersstudie aus dem Jahr 2013, für die 4.000 Personen im Alter von 65 bis 85 Jahren in Deutschland befragt wurden: „Im Falle einer Pflegebedürftigkeit ist mit 59 Prozent mit Abstand die bevorzugte Wohnoption der 65- bis 85-Jährigen die eigene Wohnung mit Pflegedienst. Auch bei nachlassenden Kräften ist es also ein großer Wunsch, den eigenen Haushalt möglichst lange aufrechtzuerhalten, und sei es mit der Inanspruchnahme entsprechender Dienstleistungen. Mit deutlichem Abstand folgt das Seniorenwohnheim mit eigener Wohnung oder eigenem Zimmer.“

„Selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum“

„Wohnungsunternehmen, die ältere Mieter zu ihren Zielgruppen zählen, sollten sich möglichst frühzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen, um ihren älteren Kunden lange in der Wohnung zu halten“, erklärt Alf Tomalla, Geschäftsführer AIPG und New Digital Solutions bei Aareon. „Schließlich ist die Neuvermietung einer Wohnung für Wohnungsunternehmen mit viel Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Dieser lässt sich durch innovative Services für ältere Mieter deutlich reduzieren.“ Die Bandbreite der Möglichkeiten ist dabei groß: So bündeln sich zum Beispiel unter den Begriffen „Ambient Assisted Living“ (AAL; zu deutsch: „altersgerechte Assistenzsysteme“) und „Smart Home“ eine Menge technikgestützter Wohnkonzepte, die älteren Mietern den Alltag erleichtern.

Ambient Assisted Living etwa „bezeichnet die Unterstützung meist älterer oder benachteiligter Menschen im täglichen Leben durch intelligente Technik. Die Anwendungsgebiete reichen dabei von reinen Bequemlichkeitsfunktionen wie z.B. automatisch abschaltende Küchengeräte oder Beleuchtungen über die Unterstützung im Alltag, um Menschen ein selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum zu ermöglichen, bis hin zur Überwachung von Vitalfunktionen und der automatischen Benachrichtigung von Hilfskräften im Notfall“, heißt es im Gabler Wirtschaftslexikon.

Ähnlich der Begriff „Smart Home“: Er steht laut einer Untersuchung des Instituts für Innovation und Technik für „ein privat genutztes Heim, in dem die zahlreichen Geräte der Hausautomation, Haushaltstechnik, Konsumelektronik und Kommunikationseinrichtungen zu intelligenten Gegenständen werden, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren. Durch Vernetzung dieser Gegenstände untereinander können neue Assistenzfunktionen und Dienste zum Nutzen des Bewohners bereitgestellt werden und einen Mehrwert generieren, der über den einzelnen Nutzen der im Haus vorhandenen Anwendungen hinausgeht.“

Der Herd schaltet sich selbst ab

Zum Einsatz kommen können derlei Modelle zum Beispiel in den Bereichen „Gesundheit & Pflege“, „Haushalt & Versorgung“, „Sicherheit“, „Kommunikation und soziales Umfeld“ oder auch „Unterhaltung“. So kann sich etwa der Herd automatisch abschalten, wenn der Bewohner seine Wohnung verlässt. Intelligente Rauchmelder können beim Nachbarn oder der Familie Alarm schlagen, sollte es zu einem Brand kommen. Intuitiv nutzbare Tablets eröffnen Senioren neue Möglichkeiten, um mit der Familie in Kontakt zu treten. Im Bereich Gesundheit und Pflege können Assistenzsysteme ebenfalls zum Einsatz kommen, etwa wenn es um die Gesundheitsfürsorge oder chronische Krankheiten geht. 

So hat etwa die Wohnungsbaugenossenschaft „Treptow-Nord“ eG im Jahr 2015 mehr als 100 Wohnungen mit einem WohnungsManager ausgestattet, einem dienstleistenden „Alleskönner“. Mieter können direkt mit ihrem Vermieter kommunizieren,  Wunschtemperaturen zu verschiedenen Raumnutzungszeiten eingeben oder Stromverbräuche in kostenärmere Zeiten verlagern. Zusätzlich verfügt er über standardisierte Schnittstellen zu lebensunterstützenden Techniken. Dazu gehören etwa Messgeräte zur Eigenkontrolle von Blutdruck und Puls oder auch Sturzerkennungseinrichtungen.

Mensch trifft Technik – die Mischung macht´s!

Nichtsdestotrotz ist es mit Technologie allein nicht getan. „Wer seinen älteren Mietern einen bedarfsgerechten Kundenservice bieten will, sollte vielmehr auf eine Kombination aus Mensch und Technik setzen“, empfiehlt Alf Tomalla: „Einkaufshilfen, mobile Fußpflege, eine Putzkraft oder ein mobiler Pflegedienst sind Beispiele, die Senioren das längere Verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen.“

So hat die VAB Viersen (Viersener Aktien-Baugesellschaft AG) den Service  „Kombi-Hilfe“ entwickelt. „Unsere Kombi-Hilfe vereint vier Bausteine miteinander: die Ausstattung der Wohnung, Beratung und Kontakt, individuelle Hilfen im Haushalt sowie einen Selected-Service 70+“, erklärt Thomas Klapdor, Prokurist und Kaufmännischer Leiter der VAB Viersen. „Wir geben unseren Mietern eine flexible Haushaltshilfe an die Hand, die ihnen  ein umfangreiches Paket mit Dienstleistungen rund um Haushalt und Wohnen bietet. Ziel ist es, dass unsere Mieter zum Beispiel bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder im zunehmenden Alter weiter in ihrem Zuhause bleiben können.“ Ab dem Jahr 2016 wird die VAB die Kombi-Hilfe über ihr VAB-Serviceportal auf Basis des Aareon CRM-Portals anbieten.

Um weitere AAL-Konzepte zu entwickeln, beteiligt sich Aareon seit 2012 am von der Europäischen Union geförderten  Projekt „I-stay@home“. Dieses hat das Ziel, geeignete IT-gestützte Lösungen für Wohnungsunternehmen und deren Mieter bereitzustellen, die ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung ermöglichen. „Eine wichtige Erkenntnis aus I-stay@home lautet, dass ältere Mieter durchaus bereit sind und sogar Spaß daran haben, moderne Technik wie zum Beispiel Tablet-PCs regelmäßig zu nutzen“, so Jutta Eisler-Mook, die das Projekt bei Aareon koordiniert. „Voraussetzung dafür ist vor allem, dass die Nutzeroberfläche einfach und anschaulich gestaltet ist. Außerdem wünschen sich  die Senioren eine gute Einführung in die Technik und einen Ansprechpartner, den sie bei Fragen kontaktieren können.“

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